Visaton BG 20 Mod

Visaton BG 20 Modifikation

Der Visaton BG 20 ist ein legendäres Chassis mit enormem Potenzial. In meinem vollaktiven D'Appolito-System wird der Treiber jedoch nicht als Breitbänder, sondern als reiner Tiefmitteltöner eingesetzt und bereits unter 500 Hz getrennt.
Visaton BG 20 Modifikation

Für diesen spezifischen Einsatzbereich sind der originale Schwirrkonus sowie die Dustcap technisch nicht nur überflüssig, sondern beeinträchtigen das akustische Verhalten im Grund- und Mittelton. Daher wurde das Chassis gezielt mechanisch modifiziert.
Die Modifikationen im Detail:
  • Entfernung des Schwirrkonus (Hochtonkegel):
    Der trichterförmige Papierkegel wurde mit einem Skalpell sauber direkt an der Basis über der Schwingspule entfernt. Da der Treiber oberhalb von 500 Hz ohnehin nicht mehr arbeitet, entfallen durch diesen Schritt unkontrollierte Eigenresonanzen und Partialschwingungen des Kegels. Das Ausschwingverhalten im oberen Einsatzbereich wird dadurch drastisch beruhigt. Positiver Nebeneffekt ist übrigens eine noch bessere Impulstreue durch den verringerten mms.
  • Entfernung der Dustcap & akustischer Sumpf auf dem Polkern:
    Die originale Papp-Staubschutzkalotte wurde komplett entfernt, um den Blick auf den Polkern freizulegen. Ein klassischer Phaseplug kommt für dieses Projekt jedoch bewusst nicht in Frage, da die harte Oberfläche eines solchen Kegels (egal ob aus Holz, Metall oder Kunststoff) unerwünschte Schallreflexionen erzeugen würde.
  • Bündiger Filzkern:
    Stattdessen wurde ein passgenauer, schwarzer Filzkern direkt auf der Stirnseite des Polkerns aufgeklebt, der perfekt bündig mit der Oberfläche abschließt. Dieser fungiert als akustischer Sumpf: Schallwellen, die tief im Inneren des Treibers entstehen, werden vom weichen Filz geschluckt, anstatt wie an einer harten Metall- oder Kunststofffläche reflektiert zu werden. Gleichzeitig schützt er das Innere der Schwingspule vor grobem Staub.
Das Ergebnis:
Durch diese radikale Reduktion verliert der BG 20 zwar seine Breitbändertauglichkeit, gewinnt aber enorm an Präzision, Linearität und klanglicher Neutralität in seinem zugewiesenen Frequenzbereich zwischen 60 Hz und maximal 500 Hz. Er arbeitet nun als optimierter, resonanzarmer Spezialist im D'Appolito-Gespann.